Das Leben nepalesischer revolutionärer Führer ist in Gefahr-
Freiheit für die Genossen Gaurav und Kiran!

Am 20. August 2003 wurde ein Führer des Volkskrieges, der durch Nepal fegt - Chandra Prakash Gajurel, der Millionen von Menschen in Nepal und Südasien als Genosse Gaurav bekannt ist - von indischen Behörden verhaftet, als er versuchte nach Europa zu reisen, um den Kampf gegen die imperialistische Intervention in seinem Land zu unterstützen. Am 29. März 2004 wurde ein weiterer hochrangiger Führer des Volkskrieges und der Kommunistischen Partei Nepals (Maoistisch), die diesen Kampf führt, der Genosse Mohan Baidhya, der in Nepal landauf, landab und der gesamten Region als Genosse Kiran bekannt ist, ebenfalls von der indischen Polizei verhaftet, als er sich zur medizinischen Behandlung eines grauen Stars in Indien aufhielt. Seit ihrer Verhaftung hat die reaktionäre nepalesische Monarchie versucht, durch eine Reihe rechtlicher und diplomatischer Schritte die Auslieferung durch Indien zu erwirken.
In der Vergangenheit hat die indische Regierung ihrerseits wiederholt nepalesische Revolutionäre in die Kerker und Folterkammern des Regimes in Kathmandu geschickt. Der berüchtigtste Vorgang dieser Art ereignete sich am 8. Februar 2004, als die Genossen Matrika Yadav und Suresh Ale Magar nur 2 Tage nach ihrer Verhaftung durch die indische Polizei an die Königliche Nepalesische Armee ausgeliefert wurden, ohne dass es dabei auch nur den geringsten Anschein eines legalen Verfahrens gegeben hätte. Es wird berichtet, dass sie seither vom Yudha-Bhairab- Battaillon der Königlichen Nepalesischen Armee in der Shiwapur-Kasernei festgehalten werden, wo sie an den Händen gefesselt und mit verbundenen Augen gefangen gehalten werden und wiederholter psyschicher und körperlicher Folter ausgesetzt sind. Die indische Regierung ist ungeachtet der Tatsache so und ähnlich vorgegangen, dass internationales Recht und Verträge zwischen Indien und Nepal die Auslieferung von Menschen, die Verfolgung ausgesetzt sind, ausdrücklich verbieten.
Im Grunde werden die Genossen Gaurav und Kiran als politische Geiseln festgehalten. Zur Zeit ihrer Verhaftung hielten sie sich legal auf indischen Territorium auf. Bislang hat die indische Regierung den Genossen Gaurav lediglich des Besitzes von falschen Reisedokumenten beschuldigt, aber in Ländern wie in Indien wird eine solche Anklage in der Regel als eine geringfügige Angelegenheit behandelt und schnell erledigt. Gegen ihn ist niemals eine formale Anklage eingereicht worden und er ist schon jetzt länger in Haft als die Höchststrafe betragen hätte, selbst wenn er verurteilt worden wäre. Trotz dieser Tatsache weigern sich die indischen Behörden, ihn frei zu lassen und haben mehrmals öffentlich damit gedroht, ihn an Nepal auszuliefern.
Die Situation des Genossen Kiran ist sehr ähnlich. Die vorläufige Anklage, die gegen ihn wegen "Kriegführung gegen den indischen Staat" erhoben worden ist, ist nichts weiter als ein Vorwand für seine andauernde Inhaftierung. Niemand stellt in Frage, dass er sich zum Zeitpunkt seiner Festnahme wegen einer dringenden medizinischen Behandlung seines grauen Stars in einer indischen Klinik aufgehalten hat, da eine solche Behandlungen für ihn in Nepal nicht zugänglich ist. Das kann wohl kaum als "Krieg gegen Indien" bezeichnet werden. Zusätzlich wird berichtet, dass ihm das Bezirksgericht von Japaiguri im indischen Unionsstaat Westbengalen eine Kaution verweigerte, obwohl dies vom übergeordneten Unterabteilungs-Gericht [Sub-Divisional Court] von Siliguri so angeordnet worden war. Das bestätigt wieder einmal, dass es in einem solchen Fall - und anderen wie diesem - nicht um "Gerechtigkeit" geht, sondern nur um politische Manöver der indischen Regierung, um die reaktionäre Monarchie in Kathmandu an der Macht zu halten.
Seit Beginn des Volkskriegs in Nepal hat die Königliche Nepalesische Armee einen "schmutzigen Krieg" nach dem Muster der US-Aufstandsbekämpfung geführt, zu dem systematische Folter und das "Verschwindenlassen" hunderter Revolutionäre gehört. Die Volkswiderstandsbewegung der Welt ruft fortschrittliche Menschen rund um die Welt dringend dazu auf, diese und andere Versuche zu vereiteln, diese revolutionären Führer den Händen ihrer Möchtegern-Henker auszuliefern. In dem Versuch, solche Verbrechen zu rechtfertigen, wiederholen die indischen Behörden lauthals die Verleumdungen der US-Regierung, der Volkskrieg und seine Führer in Nepal seien "terroristisch". Aber die Weltpresse, selbst so etablierte Medien wie BBC, Le Monde aus Frankreich, die New York Times und India Today kommen nicht umhin anzuerkennen, dass sich Millionen von Nepalesen auf Seiten des Volksaufstandes in Nepal stehen. An der Spitze dieser gewaltigen Bewegung steht die Kommunistische Partei Nepals (Maoistisch), zu deren hochrangigen Führern die Genossen Gaurav und Kiran - Mitglieder des Politbüros der Partei - gehören. Dieser Kampf kann in keiner Weise als "terroristisch" bezeichnet werden.
Nach acht Jahren des revolutionären Kampfes hat das nepalesische Volk, das zu den ärmsten der Armen dieser Welt gehört, die Macht in einem Gebiet inne, das sich über 80% der Gesamtfläche Nepals erstreckt und in dem die Mehrheit der Bevölkerung lebt. Es konfisziert den Boden, baut Schulen, organisiert Volkskrankenhäuser und beginnt, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Es hat damit Menschen in aller Welt angespornt und inspiriert, die auch dafür kämpfen, sich selbst von den Fesseln der imperialistischen Vorherrschaft und Unterdrückung zu befreien. Die Genossen Gaurav und Kiran befinden sich in der ersten Reihe dieses Kampfes, indem sie helfen, ihn in Nepal und international voran zu bringen.
Die nepalesischen Streitkräfte begegnen diesem Volksaufstand mit grausamer, blutiger Repression. Amnesty International und viele andere Menschenrechtsorganisationen haben die Kampagne der Folter, des "Verschwindenlassens" und des "auf der Flucht" Erschießens dokumentiert, die von der von den USA und Indien unterstützten Königlichen Nepalesischen Armee durchgeführt wird. Es ist immer ein zentraler Bestandteil all dieser Kampagnen gewesen, auf die Führer des Volkskampfes zu zielen.
Die Volkswiderstandsbewegung der Welt ruft alle fortschrittlichen Menschen auf der Welt dazu auf, dafür zu kämpfen, die Pläne zu vereiteln, die Genossen Gaurav und Kiran, wie auch andere nepalesische Gefangener an Nepal auszuliefern, und ihre Freilassung zu fordern. Handelt jetzt, denn morgen könnte es zu spät sein.

15. Juli 2004
Volkswiderstandsbewegung der Welt (Europa)
www.wprm.org Kontakt zur VWBW Europa
unter: wprm@wprm.org