Heute gehen wieder Zehntausende auf die Straße, um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu gedenken, den vor 86 Jahren von reaktionären Freikorps in direkter Zusammenarbeit mit der SPD-Führung und den Deutsch-Imperialisten ermordeten Mitbegründern und Führern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Auch wir als Teil einer anti-imperialistischen Bewegung meinen, dass es sehr wichtig ist, das Erbe dieser beiden prinzipienfesten und konsequenten Anti-Imperialisten und Internationalisten hochzuhalten.
Als 1914 der erste imperialistische Weltkrieg unter maßgeblicher Beteiligung der Deutsch-Imperialisten begann, als auch die SPD, die damals angesehenste Partei der internationalen sozialistischen Bewegung, sich auf Seiten ihrer "eigenen" imperialistischen Herrschenden stellte und zur "Vaterlandsverteidigung" gegen die "zaristische Barbarei" aufrief, als nicht zuletzt eine gewaltige Welle des Deutsch-Chauvinismus durchs ganze Land schwappte, da gehörten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu einer anfangs verschwindend geringen Minderheit von entschlossenen Internationalisten innerhalb der sozialistischen Bewegung, die mutig gegen den Strom schwammen und weiterhin gegen den imperialistischen Krieg auftraten, trotz brutaler Repression und langer Inhaftierung. Auch als in den Wochen vor ihrem Tode Plakate in ganz Berlin unverhüllt zu ihrer Ermordung aufriefen, weigerten sie sich zu kapitulieren.
Wir meinen, dass diese konsequente anti-imperialistische und internationalistische Haltung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gerade in der heutigen Zeit ein wichtiges Beispiel für all diejenigen sein sollte, die sich mit der heutigen Welt voller ungerechter Kriege, zunehmender Repression und der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich nicht abfinden wollen. Aktuell ist es insbesondere die US-geführte imperialistische Offensive, in deren Rahmen ein Land nach dem anderen mit Krieg überzogen werden soll, die entschlossenen Widerstand erfordert.
Infolge des Zusammenbruchs des sowjetisch geführten Blocks kam es zu einem Prozess der Neuausrichtung imperialistischer Kräfte, der noch anhält. Die US-Imperialisten sahen sich als einzig verbliebene, politisch, wirtschaftlich und militärisch unangefochtene Supermacht, und die weltweite Offensive, die sie nach dem 11.9 gestartet haben, soll dazu dienen, diese Position auf Jahrzehnte zu befestigen. Dazu dient auch ihr Projekt des "Greater Middle East", der das strategisch höchst wichtige Gebiet von Nordafrika bis nach Zentralasien umfasst und unter unangefochtene US-Hegemonie gebracht werden soll. Ihre imperialistischen Rivalen Deutschland, Frankreich und zum Teil auch Russland befinden sich in einer Frontstsellung gegenüber den USA, ohne dass sie schon einen festgefügten imperialistischen Block bilden würden. Ihre eigenständigen imperialistischen Interessen sind der Grund dafür, warum sich Deutschland, Frankreich und Russland bislang nicht aktiv am Irak-Krieg beteiligt und die USA sogar kritisiert haben - nicht, weil sie selber "friedliebender", "humaner" oder weniger imperialistisch wären. Die neue imperialistische Offensive führt - wie wir in Afghanistan und im Irak sehen können - nun wieder mancherorts direkt koloniale Verhältnisse ein, kaum verhüllt durch vollkommen ergebene Marionetten-Regierungen und der Farce von angeblich "freien Wahlen". Vor etwa zwei Monaten haben die Besatzungstruppen im Irak zusammen mit ihren irakischen Marionetten die Stadt Falluja angegriffen und ein neuerliches brutales Massaker verübt. Erst nach und nach erhält man einen Eindruck von dem Ausmaß des Schreckens, der durch dieses brutale Kriegsverbrechen erzeugt worden ist - den Massengräbern, den verzweifelt Fliehenden, den zerstörten Häusern. Aber trotz ihrer brutalen Besatzungspolitik und ihrer unvergleichlich überlegenen militärischen Feuerkraft waren die USA und ihre Verbündeten bisher nicht in der Lage, den Widerstand im Irak zu ersticken - im Gegenteil: sie kontrollieren jetzt die Lage noch weniger als vor einem Jahr. Das ist vor allem deswegen der Fall, weil der Widerstand im Irak die Unterstützung der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung genießt - entgegen der Lügen der Imperialisten, dass er nur von islamischen Fundamentalisten, Anhängern des Saddam-Regimes und "Ausländern" getragen werden würde. Aber die US-Imperialisten haben in ihrer kalten Entschlossenheit schon wieder ein neues Ziel auf der Angriffsliste: es ist gut möglich, dass es im Verlauf dieses Jahres noch zu einem wie auch immer gearteten Angriff auf den Iran kommen wird. Auch dieses bevorstehende Verbrechen erfordert unseren entschlossenen Widerstand.
Die Volkswiderstandsbewegung der Welt (VWBW) ist eine anti-imperialistische Bewegung, die zur Zeit hauptsächlich in Südasien und Europa existiert und deren Ziel es ist, dazu beizutragen, die weltweit anwachsenden Kämpfe, die sich wirklich gegen den Imperialismus und seine reaktionären Hintermänner richten, zu einem mächtigen Strom zu vereinigen (auch unterstützen wir etwa den Kampf des palästinensischen Volkes). Eine besonders positive Rolle spielt dabei der Volkskrieg in Nepal. Nepal, ein kleines Land im Himalaya gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Unter Führung der Kommunistischen Partei Nepals (Maoistisch) haben in den vergangenen fast neun Jahren eine immer größer werdende Zahl der Ärmsten gegen die reaktionäre Monarchie und ihre imperialistischen und reaktionären Hintermänner erhoben, um ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Mittlerweile sind etwa 80% des ländlichen Gebiete befreit und die Perspektive der landesweiten Machtergreifung zeichnet sich am Horizont ab. Aber die Imperialisten und Reaktionäre werden nicht tatenlos zuschauen, wenn die Unterdrückten die Macht übernehmen und eine ganz neue Gesellschaft aufbauen. Sie fürchten, dass dies den Unterdrückten in Südasien und rund um die Welt neue Hoffnung geben könnte und sie sich daran ein Beispiel nehmen. Insbesondere die indische Regierung schickt sich gerade an, direkt militärisch in Nepal zu intervenieren. Deswegen ist es dringend notwendig, dass alle, die sich eine andere Welt als die bestehende wünschen, solidarisch mit dem Volk Nepals sind und es in seinem Kampf um Befreiung und gegen jede fremde Intervention unterstützen.
Wir leben in einer Zeit, die große Herausforderungen bereithält: neuerliche imperialistische Verbrechen stehen bevor, aber gleichzeitig werden auch neue Möglichkeiten entstehen können, dem imperialistischen Weltsystem mächtige Schläge zu versetzen. In einer solchen Zeit ist es wichtig, sich an der festen Haltung von Kämpfern wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ein Beispiel zu nehmen. Was wir von ihnen aber auch lernen können, ist, dass sie sich strikt geweigert haben, in einem imperialistischen Krieg Partei für ein vermeintlich "geringeres Übel" zu ergreifen.
Auch heute gibt es die mancherorts die Tendenz, Partei für eine Fraktion von Imperialisten gegen eine vermeintlich "schlimmere" andere Fraktion von Imperialisten oder auch gegen "islamische Barbarei" ergreifen zu wollen. Wieder und wieder hat die Geschichte gezeigt, dass dieser Weg in eine Sackgasse führt - oder, schlimmer noch, zum Verrat. Doch zeigt sich gerade in der heutigen Zeit, wie wichtig es ist, auch die Haltung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht einzunehmen - die
Haltung des konsequnten Anti-Imperialismus und Internationalismus
Nord, Süd, Ost und West - Vereinigt die Volkskämpfe!
Januar 2005
Volkswiderstandsbewegung der Welt, Ortsgruppe Berlin
www.wprm.org Kontakt: wprmberlin@yahoo.de