Bericht zum Widerstand gegen die Bundesheeresausstellung

Die Ausstellung fand auf dem Schießsportgelände auf dem Suhler Friedberg statt. Das Objekt liegt ziemlich außerhalb der Stadt und ist per Bus nur selten bzw. nie zu erreichen. Bundeswehrplakate die für die Veranstaltung im Vorfeld werben sollten, wurden flächendeckend mit der Parole „Braucht kein Mensch!“ überklebt. Bilder der überklebten Plakate sowie die gemeinsame PE mit den anderen Gruppen wurden in der lokalen Presse veröffentlicht. Das Eingangsportal der Veranstaltung war mit roter Farbe besudelt die Blut symbolisieren sollte. Als Unterstützer von VWBW am Morgen des ersten Ausstellungstages einen Schulhof zum Flugblattverteilen „stürmten“, wurden sie von dem Aufsichtspersonal freundlich geduldet. Dies ging sogar soweit das ein Lehrer noch am gleichen Tag die wichtigsten Punkte unseres Flugblattes mit Marker hervorhob, um den Schülern die „Gegenargumente der Volkswiderstandsbewegung“ mitzuteilen. „Wie uns ein Schüler mitteilte „wollte er damit verhindern, dass der Eindruck entsteht, er würde seinen Schülern mit den Ausstellungsbesuch lediglich eine einseitige Darstellung der Dinge präsentieren.“

Es wurde viel in den Schulen verteilt und offensichtlich aus diskutiert. Ein Gymnasium boykottierte auch auf Grund des politischen Drucks offen den Besuch der Ausstellung.

24.06. Donnerstag

15 Uhr Die Veranstaltung wird eröffnet. Vor dem Zelt mit der Eröffnungsveranstaltung stehen mehrere Feldjäger und schirmen es gegen ungeladene Gäste ab. Ca. 20-30 BW- Gegner haben ihr „Camp“ vor dem Eingangsportal des Schützengeländes aufgeschlagen. Einige Transpis und Protestschilder sind zu sehen. Bullen und Feldjäger noch zurückhaltend, Taschenkontrollen am Eingang zur Ausstellung.

Gegen Abend hauptsächlich noch Jugendliche da, Bundeswehrvertreter suchen Dialog mit Protestierenden, verweigern aber den weiteren Dialog mit einem Jugendlichen. Erstes Hausverbot wegen „Soldaten sind Mörder“ Button erteilt. Während des gesamten Zeitraums wurden Flugblätter im Eingangsbereich des Schießsportzentrums verteilt.

25.06. Freitag

Mahnwache ab 10 Uhr, erste Schulklassen kommen. Flugblätter werden im Eingangsbereich des Schießsportzentrums verteilt und an die Autos auf den Parkplätzen gesteckt. Transpis und Schilder sind mehr geworden. Bis Nachmittags hauptsächlich ältere Leute von Friedensinitative vor Ort, nachmittags bis abends dominieren Jugendliche das Bild der Mahnwache. Bullen fordern das Abhängen eines VWBW Transpis, angeblich Aufruf zu Straftaten. (Inhalt: „NATO zerschlagen – Imperialisten verjagen – Stoppt die BW- Propagandashow“) BW- Gegner gingen jedoch nicht auf die Forderung der Bullen ein. So blieb das Transpi auch über die anderen Tage gut sichtbar am Eingansbereich der Veranstaltung hängen. Manche Soldaten haben auch Flugis genommen. Die BW-Ausstellung selbst war am Freitag nicht so gut besucht.

26.06. Samstag

Mahnwache ab 10 Uhr, ab 11 Uhr gutes Konzert von Rotfüchse. Bis zum Konzert Aktionstag nicht so gut besucht (ca. 20 Leute). Ab Mittag kamen mehr, besonders Jugendliche. An diesen Tag wurde auch am massivsten verteilt da neben den Besuchern der Heeresschau auch viele Sportschützen bei den nahegelegenen Landesmeisterschaften teilnahmen. Ein bekannter Suhler Sportschütze sagte seine Teilnahme an den Landesmeisterschaften aus Protest gegen die nahegelegene Heeresausstellung ab.
Diesmal wurde auch direkt am Eingang der BW verteilt. Dies ging aber nur ca. 1,5 Stunden gut, da dann die Bullen rumstressten und nach Eintreffen ihrer Verstärkung zwei Jugendlichen Flugblattverteilern Platzverweise erteilten.
Ein gutes Dutzend Jugendlicher bekamen an diesem Tag Hausverbote wegen des Tragens von T-Shirts mit dem Emblem einer Friedenstaube, T-Shirts mit dem Emblem eines fallenden Soldaten und der Aufschrift „Why?“, sowie Buttons mit dem Tucholsky Zitat „Soldaten sind Mörder“. Die BW- Ausstellung war am Samstag am besten besucht.

27.06. Sonntag
Friedensinitiative Suhl zog sich ab Sonntag komplett zurück, so das nur noch Unterstützer der Friedensinitiative Hildburghausen, VWBW und ein Schüler vor Ort waren. Zunächst beschissenes Wetter und wenig Ausstellungsbesucher. Nachmittag wurde das Wetter besser und auch die Besucherzahlen nahmen zu. Leider waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr soviel Leute am Start.

28.06. Montag
12 Uhr schloss die BW- Propagandashow ihre Pforten. Fazit der Bundeswehr:
19 Schulklassen mit 381 Schülern und 17 Lehrern aus ganz Südthüringen besuchten lt. Pressestelle der Bundeswehr die Ausstellung. Während der fünftägigen Station in Suhl erhielt die Schau rund 6000 Besucher, für die es auch ausreichend Erbsensuppe gegeben haben soll. Der BW- Presseoffizier führte das eher magere Besucherinteresse ausschließlich auf das schlechte Wetter zurück.

Die Webside „Unser Heer“ veröffentlichte einen Artikel über die Proteste in Suhl und wollte damit ihren fairen Umgang mit Gegendemonstranten unter Beweis stellen. Die Seite zeigt auch ein VWBW Transpi.